Wie gesund sind Heidelbeeren wirklich?

Heidelbeeren

Frisch und knackig oder verbacken in Muffins und Kuchen – Heidelbeeren verwöhnen die Geschmacksknospen mit ihrem süß-säuerlichen Aroma. Die blau-violetten Früchte enthalten zahlreiche Vitamine und wenig Kalorien. Allerdings kann ein Übermaß der leckeren Beeren Nebenwirkungen hervorrufen. Daher stellt sich für Menschen, denen eine gesunde Ernährung wichtig ist, die Frage: Wie gesund sind Heidelbeeren wirklich?

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Heidelbeere oder Blaubeere – wo liegt der Unterschied?

Auf der 2019 veröffentlichten Liste der elf liebsten Früchte der Deutschen belegen Blaubeeren zusammen mit anderem Beerenobst den sechsten Platz. Rund drei Kilogramm Beeren pro Person landen jährlich in den Mägen der Bundesbürger. Dabei gelten diese Beeren aufgrund ihrer Nährstoffzusammensetzung als „Superfood“.

Beim Kauf der charakteristisch blauen Früchte ergibt sich jedoch schnell eine Herausforderung. Obgleich sie identisch aussehen, stehen auf den Verpackungen unterschiedliche Namen:

  • Heidelbeere
  • Blaubeere
  • Schwarzbeere
  • Heubeere
  • Bickbeere

Die Bezeichnung der beliebten blauen Früchte weicht regional stark voneinander ab. Dennoch handelt es sich jeweils um das gleiche Obst.

Schwarzbeeren wachsen in freier Natur an niedrigen Sträuchern in lichten Wäldern, sodass sie zu den Waldbeeren gehören. Im Handel finden sich jedoch meist die Kulturheidelbeeren, die im Vergleich zu ihren wilden Verwandten deutlich größere Früchte besitzen.

Wie unterscheiden sich Wald- und Kulturheidelbeeren?

Im Gegensatz zu den Waldheidelbeeren erreichen die Kulturpflanzen eine Wuchshöhe von bis zu zwei Metern. Die an den Ästen wachsenden großen, runden Beeren enthalten ein gelb-grünliches Fruchtfleisch, in dem sich wenige Kerne befinden.

Dagegen färben die Pflanzenfarbstoffe Anthozyane die wilden Heidelbeeren komplett blau. Nutzt der Verband deutscher Hersteller von Myrtilles wilde Sorten, hinterlassen diese beim Verzehr blau-violette Spuren auf Zunge und Zähnen.

Die Kulturheidelbeeren stammen von der Amerikanischen Heidelbeere ab. Sie zeichnen sich durch ihre feste Schale und das süße Fruchtfleisch aus.

Aufgrund des im Vergleich zur Waldheidelbeere milden Geschmacks gewinnt die Kulturvariante in Deutschland zunehmend an Beliebtheit. Im Jahr 2019 nahmen sie in der gesamten Bundesrepublik eine Anbaufläche von rund 3.160 Hektar ein.

Die größten Anbaugebiete befinden sich in Niedersachsen. Hier wuchsen die Blaubeeren 2021 auf einer Fläche von mehr als 2.000 Hektar. Einen genauen Überblick über den Anbau der beliebten Beeren gibt der Bund deutscher Heidelbeeranbauer.

TIPP: Bei beiden Varianten, den Wald- und den Kulturheidelbeeren, beginnt die Erntesaison Ende Juni und reicht bis in den September. Sammeln Spaziergänger die Beeren im Wald, sollten sie sie vor dem Verzehr unbedingt gründlich waschen.

Welche Vitamine und Nährstoffe enthalten Heidelbeeren?

Blaubeeren schmecken frisch geerntet oder in einem der vielen Heidelbeer-Rezepte verarbeitet. Die reifen Früchte zeichnen sich durch eine feine Süße aus, untermalt mit einer herben Grundnote. Damit die zuckersüßen Komponenten besser zur Geltung kommen, braucht es Hitze. Verbacken in Kuchen und Muffins oder als Konfitüre verlieren Blaubeeren einen großen Teil ihrer Säure.

Neben der Mischung aus sanften und säuerlichen Aromen punkten Heidelbeeren mit ihren inneren Werten. Zu den enthaltenen Mineralstoffen zählen Kalium, Kalzium und Eisen. Roh verspeist, befinden sich in 100 Gramm des Obstes 78 Milligramm Kalium. Hierbei handelt es sich um einen wichtigen Baustein für die Aufrechterhaltung der Herzfunktion sowie der Blutdruckregulation.

Ebenso warten Heidelbeeren mit einem umfangreichen Vitamingehalt auf. Auf 100 Gramm der rohen Früchte kommen im Schnitt:

  • 22 Milligramm Vitamin C
  • 2,7 Milligramm Vitamin E
  • 0,06 Milligramm Vitamin B6

Zudem beinhalten Blaubeeren je 100 Gramm jeweils rund 0,02 Milligramm Vitamin B1und B2. Von Vitamin A sind knapp 5,7 Mikrogramm enthalten.

Warum gelten Heidelbeeren als „Superfood“?

Aufgrund des hohen Anteils an Ascorbinsäure oder Vitamin C in Blaubeeren unterstützen die Früchte eine Vielzahl an Stoffwechselreaktionen im Körper. Der essenzielle Nährstoff hilft beim Knochen-, Knorpel- und Bindegewebsaufbau. Dank der antioxidativen Wirkung schützt Vitamin C zudem vor Zellschäden und entschleunigt dadurch die Hautalterung.

Einen ähnlichen Effekt weisen die in Blaubeeren enthaltenen Polyphenole auf. Zu ihnen gehören neben den Phenolsäuren die Flavonoide.

Die sekundären Pflanzenstoffe, denen die Heidelbeeren ihre charakteristische Farbe verdanken, begünstigen die körpereigene Immunabwehr. Gleichzeitig stehen sie im Ruf, das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verringern. Das verdanken Blaubeeren laut einer 2019 veröffentlichten Studie der blutdrucksenkenden Wirkung der Anthozyane.

Ein weiterer Grund, aus dem Heidelbeeren zu den gehypten „Superfoods“ zählen, besteht in ihrem hohen Anteil an Ballaststoffen. 100 Gramm der Beeren beinhalten im Schnitt 4,9 Gramm der Nahrungsfasern, die mit einer verdauungsfördernden Wirkung einhergehen.

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Birgt der übermäßige Genuss von Schwarzbeeren ein Risiko?

Obgleich Schwarzbeeren eine Vielzahl an gesundheitsfördernden Nährstoffen enthalten, empfiehlt sich ihr Verzehr in Maßen. Die Früchte weisen einen hohen Anteil an Fruchtzucker auf. Folglich steigt der Blutzuckerspiegel sprunghaft, wenn große Mengen der Beeren im Magen landen. Eine mögliche Folge sind spätere Heißhungerattacken.

Heidelbeeren in Massen zu verzehren, kann zudem das Blut verdünnen. Der Grund: Das Obst enthält Salicylsäure. Für Personen, die bereits Blutverdünner einnehmen, lohnt sich vor dem umfangreichen Blaubeergenuss daher ein klärendes Gespräch mit dem Hausarzt.

Menschen mit einer bekannten Salicylsäure-Unverträglichkeit verzichten besser darauf, Heidelbeeren in größeren Mengen zu sich zu nehmen. Andernfalls drohen Nebenwirkungen, darunter:

  • Kopfschmerzen
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Übelkeit
  • Hautausschlag

Die enthaltenen Ballaststoffe führen bei einem übermäßigen Genuss von Blaubeeren zudem zu Völlegefühl, Blähungen und Durchfall. Um der abführenden Wirkung der Beeren aus dem Weg zu gehen, beschränkt sich die tägliche Verzehrmenge auf maximal 100 bis 200 Gramm.

Fazit

Bei Heidelbeeren handelt es sich um schmackhafte, gesunde und vielseitig verwendbare „Superfrüchte“. Das Beerenobst mit der charakteristisch blau-violetten Farbe beinhaltet große Mengen an Vitamin C, Kalium und Eisen. Neben den vielen Nährstoffen verdanken die Blaubeeren den enthaltenen sekundären Pflanzenstoffen ihre gesundheitsfördernde Wirkung. Genießen Menschen jedoch zu viele Heidelbeeren auf einmal, drohen Magen-Darm-Beschwerden.